23. April bis 29. Mai 2016

Ausstellung

Fritz und Rolf Urschbach (Malerei): Vater Sohn
Thomas Jastram (Bildhauer): Die Renaissance der Sachlichkeit

Im Kulturhaus Holzapfel sind Werke von Künstlern aus drei Generationen vertreten. Vom akademischen Maler Fritz Urschbach, geb. 1880, verstorben 1969, sind nur einige wenige Werke zu sehen. Er gehörte zu den verfemten Malern, dessen Kunst im Dritten Reich als „entartet“ galt und der von den Nazis Malverbot erhielt.

Sein Sohn Rolf Urschbach, Jahrgang 1922, wurde ebenfalls Maler; nachdem er Soldat im 2. Weltkrieg war, studierte er an der Münchner Kunstakademie bei Professor Carl Caspar. Seine formal reduzierten, oft schwebend leichten Bilder waren bisher auf vielen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. In dieser Ausstellung werden etwa 40 Bilder in Mischtechnik auf Papier zu sehen sein. Der Künstler lebt heute im Raum Karlsruhe.

Der Dritte im Bunde ist der mit vielen Preisen ausgezeichnete Bildhauer Thomas Jastram, Jahrgang 1959, der figürliche Skulpturen aus Bronze und Stein im Stil der Neuen Sachlichkeit geschaffen hat. Seine Ausbildung absolvierte er an der Hochschule der Bildenden Künste in Dresden. Zahlreiche Zeugnisse seiner Kunst im öffentlichen Raum befinden sich vor allem in den Neuen Bundesländern und in Norddeutschland. In dieser Ausstellung zeigt er ca. 15 lebensgroße und kleinere Bronzeskulpturen vorwiegend von menschlichen Gestalten und Portraits, aber auch von Pferden. In den Werken dieser drei Künstler spiegeln sich atmosphärisch die Einflüsse des vergangenen 20. Jahrhunderts. Katrin Bach, Kunsthistorikerin

Rolf Urschbach

  • 1922 als Sohn des Malers Fritz Urschbach in München geboren
  • 1940 Abitur in München
  • 1941-1945 Soldat im 2. Weltkrieg in Deutschland und Frankreich
  • 1946 Akademie der bildenden Künste in München und Brannenberg bei Prof. Carl Caspar
  • 1947-1953 Mitglied im Berufsverband bildender Künste in München, Ausstellungsbeteiligungen in der städtischen Galerie, im Lenbachhaus und im Haus der Kunst (Neue Gruppe) in München; Mitgestaltung der Münchner Künstlerfeste im Regina-Palast-Hotel mit Prof. Mec. Zimmermann
  • 1954 Übersiedlung in die Pfalz. Seitdem Beschäftigung mit verschiedenen Gestaltungsaufgaben: Messebauten, Inneneinrichtungen, Erstellung von Mode- und Sportkollektionen. Daneben ständige Weiterarbeit als freischaffender Künstler.
  • seit 1979 Austellungen in Karlsruhe, Straßburg, Baden-Baden, Speyer, Ebersberg, Wasserburg

Fritz Urschbach

  • 1880 geboren in Venningen
  • 1897 Ausbildung zum Kaufmann
  • 1919-29 nach mehrjähriger Tätigkeit Wechsel in die Akademie der Bildenden Künste München: Studium bei Heinrich von Zügel, Angelo Jank, Hugi Habermann; zuletzt Meisterschüler bei Zügel
  • 1920 Stipendium in Dänemark
  • 1924-30 mehrere Studienreisen: Tschechoslowakei, Paris, Spanien
  • 1925 Ausstellung bei Thannhäuser, Mitglied der Münchener Secession und der Luitpoldgruppe
  • 1931 Ernennung zum Professor in der Akademie der Bildenden Künste München; wegen politischer Ereignisse nicht vollzogen
  • 1928-32 Höhepunkt seiner Schaffenskraft; Ausstellung im Münchner Glaspalast und in städtischen Gemäldesammlungen
  • 1933 Urschbachs Arbeiten werden als entartet beschlagnahmt; Zitat „Völkischer Beobachter“: „Infantiles Geschmier.“
  • 1936 Malverbot durch die Reichskammer
  • 1944 Bomben zerstören das Atelier in München
  • 1950 Aufenthalt in der Pfalz
  • 1951 Ausstellung Historisches Museum, Speyer
  • 1969 in München gestorben

Thomas Jastram

  • 1959 geboren in Rostock
  • 1975-1978 Lehrjahre im Atelier von Bildhauer Prof. Jo Jastram
  • 1978 Abitur
  • 1980 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
  • 1985 Diplom bei Prof. Helmut Heinze
  • 1992-1993 Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
  • seit 1985 freischaffender Künstler in Rostock
  • Juli 1992 Lehrauftrag für zeichnerisches und bildhauerisches Naturstudium an der Pädagogischen Hochschule in
    Freiburg im Breisgau
  • 1993-1999 Lehrtätigkeit für plastisches Gestalten und Aktzeichnen an der Kunstschule e.V. Rostock
  • 1994-1997 Lehrauftrag für künstlerisches Aktstudium an der Design-Factory Hamburg
  • 1998-2000 Lehrauftrag für künstlerisches Aktstudium und Kunstgeschichte an der Hamburger Technischen Kunstschule
  • 2000-2011 Lehrauftrag für künstlerisches Aktstudium und Kunstgeschichte an der Hamburger Technischen Kunstschule
  • seit 2011 Laureate academie GmbH-Hamburger Technische Kunstschule Dozent für Aktzeichnen, Kunstgeschichte, Grundlagen des Gestaltens

www.thomasjastram.de

6. Mai 2016

Lesung: Oskar Maria Graf – „Das Leben meiner Mutter“ – Teil 1

Es liest Dr. med. Albert Maier.

Albert Maier wurde 1964 in Ruppling geboren und ist dort auf dem Maier-Hof aufgewachsen. Nach dem Abitur Studium der Humanmedizin in München, seit 1993 als Arzt tätig. Ab 2006 Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Klinikum Dritter Orden in München. Seit 1994 lebt er mit seiner Familie in Holzkirchen.

„Zur Premiere 2009 habe ich gemeinsam mit meinem Vater im Kulturhaus Holzapfel Ludwig Thomas ,Heilige Nacht‘ gelesen. Wie mein verstorbener Vater hege ich eine tiefe Verbundenheit mit der bairischen Sprache und Heimat. Mit großer Freude werde ich im Kulturhaus Holzapfel von Oskar Maria Graf ,Das Leben meiner Mutter‘ lesen. Oskar Maria Graf ist der wortgewaltigste, bedeutendste Dichter Bayerns. Im 2. Weltkrieg emigrierte er nach Amerika und lebte dort bis zu seinem Tod.“

Weitere Infos zur Graf-Lesung gibt’s hier.

13. Mai 2016

Konzert: Youkali – Tango Argentino

Vom Tango viejo bis zu Astor Piazzolla

Mit ihrer argentinischen Sängerin Sandra Nahabian präsentiert die Gruppe Youkali den Tango Argentino, der voller Leidenschaft und großer Gesten in Text und Musik von den Verrücktheiten der Liebe, von Abschied und Heimkehr, Freude und Wut erzählt. Die Gruppe Youkali entstand vor 20 Jahren aus der zunächst reinen Musizierfreude einiger Profi- und Amateurmusiker, die sich teilweise schon seit Jahrzehnten kannten und schätzten. Die gemeinsame Liebe zum Tango war die Triebfeder, den anfänglichen Schwerpunkt Klezmermusik im Lauf der Jahre zum „Tango argentino“ zu verlagern.

Youkali ist der Titel eines Tangos von Kurt Weill, geschrieben im französischen Exil. Er erzählt von einer fiktiven Insel der Friedfertigen, auf der einst alle Verfolgten und Vertriebenen dieser Welt Zuflucht finden könnten.

Youkali sind Sandra Nahabian (Gesang), Ulrike von Sybel-Erpf (Violine), Gisela Auspurg (Violoncello), Walter Erpf (Akkordeon), Thomas Schaffert (Kontrabass) und Niki Stein (Gitarre).

Weitere Informationen finden Sie auf unserem Veranstaltungsflyer.

17. Juli 2016

Sommerkonzert

ballhausorchesterBeschwingte Unterhaltungsmusik von Johann Strauss bis in die 20er Jahre, gespielt vom Ballhausorchester Gräfelfing unter der Leitung von Ulrike von Sybel-Erpf

Das Ballhausorchester Gräfelfing wurde 2007 an der Musikschule Gräfelfing ins Leben gerufen. Die Idee war, ein Projekt mit älteren Schülern zu initiieren, das von den normalen Vorspielen abweicht. Das Ensemble hob den „Frühjahrsball” im Bürgerhaus Gräfelfing (ein Tanzabend für Eltern, Freunde und Bekannte) aus der Taufe, und der Erfolg war so groß, dass daraus eine alljährliche Tradition wurde. Das Ballhausorchester Gräfelfing spielt die Musik der „Roaring Twenties” – Foxtrotts, Walzer und Tangos, also die Tanzmusik der 20er und 30er Jahre.

11. September bis 18. Dezember 2016

Ausstellung: Flügelschlag der Erinnerung

Silvia Klöde (Skulpturen) und Libuscha Neuhaus (Malerei)

Weitere Informationen finden Sie auf unserem Ausstellungsflyer.

Silvia Klöde

Die 1956 in Kleinmachnow geborene Silvia Klöde studierte an der HfBK Dresden, Sektion Plastik, und machte 1983 ihren Abschluss als Diplom-Bildhauerin. Bis 2011 war die Künstlerin bei der berühmten Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen in der Abteilung „Neue Künstlerische Entwicklung“ für die Produktentwicklung in den Bereichen Wandgestaltung, Schmuck, Raumplastiken, Figurenentwicklung für Tisch und Tafel, Medaillenentwicklung und Unikate verantwortlich. Seit 2012 ist Silvia Klöde als freischaffende Diplom-Bildhauerin tätig. Ihre Werke zeigte sie unter anderem in Helsinki, London, Den Haag, Neuchâtel, Colorado Springs, Paris, Glasgow, Salzburg, Taiwan, Zürich, Düsseldorf und Sofia. Die Arbeiten von Silvia Klöde sind mehrfach preisgekrönt: Unter anderem wurde ihr 1999 der 1. Preis im Wettbewerb „Arche 2000“ für die Medaille zum XXVII. Kongress der FIDEM (Fédération Internationale de la Médaille) in Weimar zuerkannt, im Jahr 2001 der 2. Preis im Wettbewerb „Museumsinsel Berlin“ und 2010 der 3. Preis im Wettbewerb „20 Jahre Deutsche Einheit“.

www.atelierkloede.de

Libuscha Neuhaus

Libuscha Neuhaus ist die Tochter des stilbildenden Posaunisten Alois Bambula, der nach seiner Tätigkeit in München und Darmstadt bis 1981 in der Staatskapelle Dresden tätig war, nachdem ihn Karl Böhm nach Dresden geholt hatte. Libuscha Neuhaus wurde 1956 in Dresden geboren. Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie eine Lehre als Porzellanmalerin in der Meissener Manufaktur, studierte danach in Heiligendamm Industrielle Formgestaltung, arbeitete dann an der Semperoper und schloss ein Studium an der Dresdner Akademie HfBK Theaterplastik an. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie am Staatlichen Puppentheater Dresden. 1989 siedelte Libuscha Neuhaus nach Murnau über, das Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej Jawlenskyin den 1920er Jahren zum Zentrum des deutschen Expressionismus gemacht hatten. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Expressionismus und das Gefühl, endlich frei zu sein von den Banden ideologischer Prädefiniertheit der DDR, ermöglichte Libuscha Neuhaus den Schritt zur Malerei. Sie ist Mitbegründerin des Kunstvereins Murnau, dessen Vorsitzende sie bis 2006 war.

17. Juli 2016

Sommerkonzert

ballhausorchesterBeschwingte Unterhaltungsmusik von Johann Strauss bis in die 20er Jahre, gespielt vom Ballhausorchester Gräfelfing unter der Leitung von Ulrike von Sybel-Erpf

Das Ballhausorchester Gräfelfing wurde 2007 an der Musikschule Gräfelfing ins Leben gerufen. Die Idee war, ein Projekt mit älteren Schülern zu initiieren, das von den normalen Vorspielen abweicht. Das Ensemble hob den „Frühjahrsball” im Bürgerhaus Gräfelfing (ein Tanzabend für Eltern, Freunde und Bekannte) aus der Taufe, und der Erfolg war so groß, dass daraus eine alljährliche Tradition wurde. Das Ballhausorchester Gräfelfing spielt die Musik der „Roaring Twenties” – Foxtrotts, Walzer und Tangos, also die Tanzmusik der 20er und 30er Jahre.

12. November 2016

Lesung: Oskar Maria Graf – „Das Leben meiner Mutter“ – Teil 2

Es liest Dr. med. Albert Maier.

Oskar Maria Grafs „Das Leben meiner Mutter“ ist gleichzeitig biografische Chronik, Zeit- und Kulturgeschichte und spielt im Gegensatz zur intellektuellen Großstadtliteratur jener Zeit in der abgeschlossenen Welt der einfachen Leute auf dem Land. Beschreibt Teil 1 die Periode von der Geburt der Mutter bis zum Kleinkindesalter des Autors, basierend auf schriftlichen und mündlichen Überlieferungen und ergänzt durch zahlreiche Rückblenden, so hat der Autor Teil 2 autobiografisch nach seinen Erinnerungen verfasst.

Maier: „Nachdem ich im Mai bereits Auszüge aus dem ersten Teil dieses sprachgewaltigen Hauptwerks des Autors, ,Menschen der Heimat‘, im Kulturhaus Holzapfel darbieten durfte, freue ich mich besonders über die erneute Einladung. Diese Lesung soll nun einen Einblick in den zweiten Teil, ,Mutter und Sohn‘, geben.“

Albert Maier wurde 1964 in Ruppling, Gemeinde Tacherting, geboren und wuchs dort auf dem Maier-Hof auf. Nach dem Abitur in Trostberg studierte er Humanmedizin in München, 1993 begann seine Ausbildung zum Internisten und Kardiologen. Seit 2000 ist er tätig am Klinikum Dritter Orden in München-Nymphenburg, zunächst als Oberarzt, seit 2006 als Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II. Maier lebt mit seiner Familie seit 1994 in Holzkirchen.

Seine erste öffentliche Lesung gestaltete Dr. Maier mit Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ im Jahr 2009 im Kulturhaus Holzapfel zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Vater. Nach mehreren Auftritten mit diesen Stück in den folgenden Jahren widmete er sich 2016 erstmals einem anderen berühmten bayrischen Dichter – Oskar Maria Graf.

Weitere Informationen finden Sie auf unserem Flyer.

21. Dezember 2016

Weihnachtskonzert: Aphrodite trifft Beethoven

Angelika Fichter (Violine, Stimme) und Christoph Schmid (Klavier)

Dem Single, Komponisten und Liebessehnsüchtigen Ludwig van Beethoven erscheint in einer verzweifelten Stunde die Göttin Aphrodite in einem Wiener Café. Der ewige Junggeselle erhofft von ihr Hilfe. Er erfährt von ihren ausufernden Liebesabenteuer, Situationen, die uns schmunzeln lassen. Doch die so reine Erscheinung der Göttin lässt noch einen anderen Ausdruck der Liebe ahnen. Beethovens Kunst, Biographie und Briefe deuten uns den Weg dorthin. Hingabe, Sinnlichkeit – Aphrodites Zauber vergisst man nie.

Zu hören sind:
Romanze F-Dur für Violine und Klavier op. 50
Frühlingssonate für Violine und Klavier op. 24
Bagatelle op. 119 / 2

Die Geigerin Angelika Fichter studierte in Detmold, Mainz und Köln und schloss bei Prof. Stephan Picard ab. Nach langjähriger Tätigkeit in Symphonieorchestern war sie zwei Jahre an der Staatsoper München. Sie wandte sich schwerpunktmäßig der historischen Aufführungspraxis zu. In- und ausländische Engagements in unterschiedlichen Formationen folgten. Aktuell lebt sie als freischaffende Geigerin in München.

Christoph Schmid studierte Klavier am Richard Strauss Konservatorium in München. Sein Studium schloss er 1987 mit dem Konzertdiplom ab. Neben seiner Konzerttätigkeit ist er als Klavierlehrer tätig. Schwerpunktmäßig widmet er sich der Liedbegleitung und der Theatermusik. Mit verschiedenen Musiktheaterproduktionen tritt er als Pianist in ganz Deutschland auf.

Weitere Infos finden Sie auf unserem Konzertflyer.